Vergänglichkeit

Die unverbrauchte Kraft die uralt wirkt
Zu atmen uns bestimmt und Regung schafft,
Verdorrt, wo Alters Schwächung sich verbirgt
Und Krankheit bittert süßen Lebenssaft.

Die leuchtend schönste Blume allezeit
Sanftwiegend prangt nur, ach, so kurze Dauer!
Wiewohl Natur sie mütterlich gedeiht
Und kleidet doch ihr Werk zu früh in Trauer.

Verbrachtes Leben läuft die Sonnenbahn
Und endet jäh in schaler Bitternis,
Des Daseins Glanz und Gaben bloß ein Wahn
Verschluckt sie tiefe Nacht und Finsternis.

Doch lebt, Vergänglichkeit zum Hohn,
Der alte Vater stets im jungen Sohn.